Jahreslosung 2026 Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
Karl Zahradnik
Liebe Schwestern und Brüder!
Die Jahreslosung für das Jahr 2026, „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“, aus Offenbarung 21/5 ist kurz und prägt sich daher leicht ein. Die Offenbarung ist das einzige prophetische Buch im Neuen Testament und das letzte Buch in der Bibel.
Die Offenbarung geht auf die Regierungszeit Kaiser Domitians (81-96 n. Chr.) zurück. Er war der erste römische Kaiser, der schon zu seinen Lebzeiten von allen Untertanen göttliche Verehrung einforderte („Ich, Domitian, HERR und GOTT“). In Kleinasien (heutige türkische Westküste) wurde der Kaiserkult am härtesten durchgesetzt. Hier liegen aber die sieben Gemeinden, an die die Offenbarung gerichtet ist (Kap. 2-3). Die Christen bekennen jedoch Jesus als HERRN und GOTT. Diskriminierung und Verfolgung waren die Folge.
Der Apostel Johannes, als Verfasser der Offenbarung genannt (Kap. 1/4), Bruder und Mitgenosse der Verfolgten, Schreiber der Botschaften an die sieben Gemeinden, ist auf die Gefangeneninsel Patmos verbannt (Kap. 1/9). Er erhält in einer Vision vom erhöhten Christus (1/17-19) den Auftrag, die bedrängen Christen zu ermutigen und ihnen Gottes Handeln bis hin zu „einem neuen Himmel und eine(r) neuen Erde“ (21/1-5) nahezubringen. „Schreibe, was du gesehen hast“ (1/19). „Das was ist“ bezieht sich auf Offb. 2-3 und was danach geschehen soll auf Kapitel 4-22.
Nirgends sonst im Neuen Testament finden sich so viele Lobgesänge wie in diesem Buch. In der Offenbarung wechselt häufig der Blickwinkel. Bildlich gesprochen: Die Filmkamera schwenkt dauernd zwischen dem Himmel und den Ereignissen auf der Erde hin und her. Beim Blick auf die Erde ist die Kamera einmal auf das Weltereignis gerichtet und dann auch wieder auf die Situation der Christen in dem bedrohlichen Weltgeschehen.
Doch in allen Konflikten und Verfolgungen gilt: Jesus ist der Sieger. Seit Ostern ist Jesus die Macht nicht mehr zu nehmen (1/18) und er bringt die Weltgeschichte zu einem heilvollen Ende! (Kap. 22/12-14).
Mit der Zusage der Jahreslosung, „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu“, ergreift Gott in der Offenbarung zum ersten Mal selbst das Wort und verkündet damit worauf wir ihn in Zukunft festlegen können. So wie Gott am Anfang aus dem Nichts heraus diese Welt geschaffen hat, so wird er am Ende der Zeiten den neuen Himmel und die neue Erde präsentieren. Es geht also nicht um Reparaturarbeiten an einer alt gewordenen Welt, sondern um eine völlige Neuschöpfung. Die neue Welt wird aus dem Himmel herabkommen (Offb. 21/2). Ihr großartiges Kennzeichen wird Gottes Gemeinschaft mit den erlösten Menschen sein, wenn er „abwischen wird alle Tränen von ihren Augen“ und Tod und Leid für immer der Vergangenheit angehören (Offb. 21/4).
Wir wollen nun die Verheißung in Off. 21/5, „Siehe, ich mache alles neu“, genauer ansehen:
„Siehe…“ – Eine konsequente Blickrichtung:
Das was wir öfter anschauen, bestimmt und beeinflusst uns auch über das Unterbewusstsein. Das ist den Fachleuten in Werbung und Politik bekannt und sie setzen es ein, um ihre Ziele durchzusetzen.
Wir schauen / sehen immer etwas an. Die Frage ist einfach: Worauf ist mein Blick gerichtet? Was füllt mein Inneres? Was prägt mich dann?
- Sehen wir vor allem auf andere Menschen und vergleichen uns immer? Dann wenden wir falsche Maßstäbe an, die nicht zu unserer Persönlichkeit und unserem Leben passen.
- Sehen wir gerne auf die Umstände und die Entwicklungen auf dieser Welt? Die Kriege und die wirtschaftlichen Krisen?
- Sehen wir gerne auf die persönlichen Sorgen? Wie geht es beruflich weiter? Wie steht es um meine Gesundheit? Wie gestalten sich Ehe- und Familienverhältnisse? Dadurch lassen wir uns gerne auf das Negative fixieren.
Wir müssen uns vom Falschen und Negativen abwenden und uns auf das Positive konzentrieren und „aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens“ (Hebr. 12/2).
„Ich mache …“ – Der souveräne Gott: Er ist der entscheidende Faktor. Von ihm gehen alle geistlichen Wirkungen aus.
Auf dem „Berg der Verklärung“ erlebten die Jünger ganz gewaltige Dinge. Gott hat ihnen manches offenbart. Aber der Höhepunkt wird dann konkret formuliert: „Sie sahen niemand als Jesus allein“ (Mt. 17/8).
Jesus Christus stellt sich immer als das Wichtigste und Zentralste vor:
- „Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.“ (Off. 1/8)
- „Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige.“ (Off. 1/17-18)
- „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ (Joh. 11/25)
Wir müssen Jesus-zentriert leben lernen.
„Alles neu…“ – Er macht ganze Sache: Was Jesus anfängt und beginnt, das vollendet er auch. Er lässt die Sache nicht halbfertig liegen. Paulus hatte zu diesem Grundsatz Gottes sein absolutes Vertrauen: „Ich bin in guter Zuversicht: ER wird das gute angefangene Werk in euch auch vollenden.“ (Phil. 1/6)
Jesus ist nicht nur der Garant für unser persönliches und individuelles Christsein. Er wird ebenso mit der Gemeinde zum Ziel kommen: „Ich will bauen meine Gemeinde und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“ (Mt. 16/18). Er ist das Haupt der Gemeinde und führt sie sicher an das Ziel.
Was Johannes am Ende der Offenbarung schreibt, geht über meine Vorstellungskraft hinaus: Gott will alles neu machen. Grundlegend, substanziell, in vollem Umfang. Das ist die größte Hoffnung für unsere Welt, in der die Menschen an fehlendem Miteinander und mangelnder Solidarität leiden. Alles neu – das ist die große Hoffnung, die dadurch geweckt und auch erfüllt wird.
