Impuls 2026-07 Gerechtigkeit

Erika Trojer

"Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach."
(Amos 5, 24)

Diese Figur der Gerechtigkeit ist auf dem Rathaus von Klagenfurt. Sie hat mich an den Monatsspruch im Juli erinnert. Die Figur hat die Augen verbunden, dass sie Recht sprechen kann ohne Ansehen der Person. Die Waage soll in der Balance sein, nur dann sind die Dinge gleichmäßig verteilt. Das Schwert weist wohl darauf hin, dass die Gerechtigkeit manchmal mit Macht und Gewalt hergestellt werden muss.

Amos, der Prophet hat sich zu seiner Zeit unablässig für Gerechtigkeit eingesetzt, dass Arme nicht benachteiligt werden, Güter gerechter verteilt werden. Dies hat bis zum heutigen Tag nichts an Aktualität verloren, wenn wir an die Besitzer der großen Tech-Konzerne denken.

Schon als Kinder hatten wir ein starkes Gerechtigkeitsgefühl. Wenn es zum Beispiel Süßigkeiten gab, dann wurde genau darauf geachtet, dass jede gleich viel bekam. Auch das, was dem einen oder anderen erlaubt wurde oder nicht, war sehr genau beachtet worden.

Wenn das Recht wie Wasser strömen soll, so ist dies eine Folge von täglicher Normalität, die niemals aufhören darf, wie ein nie versiegender Bach.

Wenn wir unsere Zeit ansehen, dann ist da unglaublich viel Ungerechtigkeit in der Verteilung von Ressourcen, sich über Gesetze und Regeln hinweg zu setzen, sich mit Gewalt Länder anzueignen, unliebsame Menschen werden einfach beseitigt und viele andere Grausamkeiten geschehen.

Damit Recht wieder geschehen kann und zur Normalität wird, können wir nur beten und neu von Jesus Christus lernen, wie er es uns vorgelebt hat. Gott sei Dank, er handelt anders und vergibt uns unsere Ungerechtigkeit jeden Tag aufs Neue.