Impuls 2026-09 Lebensqualität
Karl Zahradnik
„Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.“
(Kohelet 4/6)
„Stellen Sie sich vor, jeden Morgen stellt Ihnen eine Bank 86.400,00 € auf Ihrem Konto zur Verfügung. Sie können den gesamten Betrag an einem Tag ausgeben. Allerdings können Sie nichts sparen. Was Sie nicht ausgegeben haben, verfällt.
Aber jeden Morgen, wenn Sie erwachen, eröffnet Ihnen die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400 € für den kommenden Tag. Außerdem kann die Bank das Konto jederzeit ohne Vorwarnung schließen. Sie kann sagen: Das Spiel ist aus. Was würden Sie tun?
Dieses Spiel ist Realität: Jeder von uns hat so eine „magische Bank“ – die Zeit. Jeden Morgen bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist verloren, für immer verloren. Aber jeden Morgen beginnt sich ein neues Konto zu füllen. Was machen Sie also mit ihren täglichen 86.400 Sekunden?“ (Marc Levy, Schriftsteller)
Der Monatsspruch vom September 2026 passt gut zu dieser Geschichte. „Besser eine Hand voll Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind“, Koh. 4/6.
Der Vers stellt zwei Lebensweisen gegenüber:
Eine Hand voll Ruhe gegen zwei Hände voller Arbeit, Plage und innerer Leere.
Es geht nicht darum, dass Arbeit schlecht wäre. In der Bibel wird an vielen Stellen Fleiß gelobt. Aber Koh. 4/6 spricht von einem Menschen, der beide Hände voll hat, aber dessen Herz leer bleibt.
Eine Handvoll ist nicht viel. Es ist nicht Überfluss, es ist nicht Luxus, es ist nicht total abgesichert sein. Aber diese Hand ist mit Ruhe in der Gegenwart Gottes gefüllt.
Und dann kommt der Gegensatz!
Beide Fäuste voll mit Mühe. Der Vers trifft in unser heutiges Leben. Viele Menschen haben beide Hände voll: Termine, Geldsorgen, Karriereziele, Pläne, Verpflichtungen, Erwartungen, Vergleiche, Druck. Man kann äußerlich viel haben und innerlich arm sein. Man kann viel leisten, Besitz vermehren und gleichzeitig seine Familie, seine Gesundheit, seine Berufung und seine Nähe zu Gott verlieren.
Haschen nach Wind, bedeutet: „Jagen nach Wind“, „Greifen nach Luft“, „sich abmühen für etwas, das man nicht festhalten kann“. Jemand arbeitet, sammelt, kämpft, vergleicht sich, will mehr, will höher, will sicherer sein – aber am Ende hält er Wind in den Händen.
Natürlich sollen wir fleißig sein in Schule, Ausbildung, Studium, Beruf, Haushalt und in der nachberuflichen Zeit. Aber wir sollten es mit Ruhe und Abstimmung mit Gott tun, ohne unser Herz an diese Dinge zu hängen. Das Wichtigste im Leben (Liebe, Freude, Frieden, Zuversicht, Gemeinschaft mit Gott und anderen) kann man sich trotz größter Anstrengung nicht erkämpfen, sondern erhält es geschenkt.
