Impuls 2025-08 Bewahrung

Traudl Richter

„Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge.“ (Apg. 26, 22)

Wir schreiben das Jahr 2025. Wir haben viele Jahre unseres Lebens bereits hinter uns, viele, viele Tage liegen hinter uns. Wie sind diese für uns vergangen? Können wir, wie oben von Paulus angeführt, sagen, dass wir Gottes Hilfe erfahren haben?

Wann und wo und wie hat Paulus dieses Zeugnis abgelegt?

Es wird um das Jahr 60 gewesen sein, nachdem er von seinen Missionsreisen wieder nach Jerusalem zurückkam, um der verarmten Urgemeinde die gesammelten Spenden zu überbringen. Dort wurde er aber von den Juden verhaftet unter dem Vorwand, den Tempel entweiht zu haben. Er kam ins Gefängnis in Jerusalem, später nach Cäsarea. Im Palast des Königs Herodes Agrippa II wurde er in häuslichen Gewahrsam genommen.

Die zuständigen Statthalter von Judäa, Idumäa und Samaria konnten mit dem Gefangenen nichts anfangen. So berief sich Paulus auf den Kaiser in Rom, denn er misstraute dem Statthalter Porcius Festus. Das bedeutete, dass eine Schiffsreise nach Rom notwendig wurde. Während der Wartezeit kam der König Agrippa II mit seiner Frau Berenike nach Cäsarea und Festus erklärte, dass er Paulus für unschuldig halte. Aber Paulus berief sich auf den Kaiser. Was sollte er nun tun? Der König wurde neugierig und wollte Paulus gerne hören. So kam es, dass der gefangene Paulus vorgeführt wurde und er vor dem König, der Königin mit großem Gepränge, dem Statthalter, den Hauptleuten und vornehmsten Männern der Stadt von sich, seinem Leben als Pharisäer, seinem Erlebnis vor Damaskus und von der Verleumdung der Juden in Jerusalem und der Gefangenschaft Zeugnis ablegen konnte. „Aber Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und steh nun hier und bin sein Zeuge." Er wies auch auf die Propheten hin. Als dann Paulus aber den König fragte, ob den Propheten glaube, wurde es Agrippa ungemütlich und er meinte, dass es noch so weit käme, dass er ein Christ werden würde, worauf Paulus sagte, dass er sich dies sehr wünsche.

Paulus, ein mutiger Mann. Er stand vor der weltlichen Macht und bezeugte seinen Glauben an den Auferstandenen. Wir werden sicherlich nicht vor Königen und anderen Autoritäten unsern Glauben bekennen müssen, obwohl unsere heutige Zeit ein klares Bekenntnis brauchen würde. Wir sind aber im Alltag und im Kleinen gefragt, wie unsere Stellung zu Gott aussieht. Das fängt schon beim Tischgebet in der Öffentlichkeit an. Getraue ich mich, in einer Gemeinschaft die Hände zu falten und zu beten, oder halte ich meine Hände unter dem Tisch gefaltet, damit es niemand sehen kann? Erzähle ich anderen von meinen Gebetserhörungen oder Bewahrungen? Ich habe oft Gottes Hilfe und Bewahrung erfahren und immer wieder merke ich, wie Gott mir weitergeholfen oder einfach hindurch getragen hat in bedrückenden Situationen.

So kann und will ich es sagen: Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag. Dafür will ich dankbar sein.