Rundbrief 2020-12 Weihnachtsgruß

Von: Waltraud Bara-Wolf, Christine Ferrari, Dagmar Gangl, Charlotte Hagmüller, Hannelore Reiner, Johanna Schneider

© Dagmar Gangl

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Heuer soll euch wenigstens ein Weihnachtsgruß aus dem Leitungsteam erreichen, wo wir doch auf unsere,  jahrzehntelang durchgeführte Jahrestagung verzichten müssen.

Einige aus unserem Leitungsteam haben mir Gedanken zum Fest bzw. zu unserer  derzeitigen Situation geschickt, Waltraud hat schöne Fotos beigetragen und Dagmar hat den Brief gestaltet. So kommt er nun in  Verbundenheit zu euch allen.

Mein Beitrag bezieht sich auf ein  Bild mit der schwangeren Maria. Christl Winterauer hat es mir vor einigen Jahren geschenkt und ich finde es besonders.
(Anmerkung Redaktion: Aus Datenschutzgründen können wir das Bild hier nicht zeigen.)

Mir tut sich der Gedanke auf, womit gehe ich schwanger? Womit bin ich „in Hoffnung“?  Was will in mir wachsen? Was trage ich aus? Vielleicht sind es Gedanken, die zurzeit gar nicht aktuell sind, vielleicht aber doch…

 

So wünsche ich euch gute, gesegnete Weihnachtstage, in denen es trotz Distanz zu berührenden Begegnungen kommt und ein gesegnetes neues Jahr in dem es auch an Leichtigkeit nicht fehlen wird.

So seid nun Gott befohlen und herzlich gegrüßt!

Christine

Sonnenstrahlen

Der Herbst hat in großen Teilen Österreichs viel Sonne gebracht.


© Waltraud Bara-Wolf

Eine Wanderung war für mich ganz besonders schön: auf den Hochkeil beim Hochkönig mit einem Panoramablick vom Dachstein, den niederen Tauern, Sonnblick, Kitzsteinhorn und Großglockner bis zum Großvenediger – und das bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel.

Und im Salzachtal liegt der Nebel wie ein großer See, in den man am liebsten hineinspringen würde. Wenn man jedoch im Nebel wohnt, ist das nicht unbedingt reizvoll und manchmal bedrückend.

Ich wollte gerne noch lange auf dem Berg bleiben und da fiel mir die Geschichte von der Verklärung Jesu ein. Er wird umstrahlt von göttlichem Licht und die Jünger möchten am liebsten so mit ihm bleiben und nicht mehr in das Tal hinabsteigen.

Wir leben in einer Zeit, in der für viele die Nebel von Einsamkeit und Sorgen sind und wir ganz besonders Sonnenstrahlen für Körper und Seele brauchen. Mir hilft im Nebeltal die Erinnerung an „Gipfelerlebnisse“ in meinem Leben, Erinnerung an sonnige Tage in vielfacher Hinsicht. Wir können einander auch Sonnenstrahlen senden durch die Gewissheit unserer Verbundenheit im Gebet, die Anteilnahme untereinander durch Gespräche, Telefonate und Briefe – und die Gewissheit, dass wir auch „im Nebel“ geborgen sind bei Gott, der das  Licht des Himmels durch Jesus in unsere Dunkelheit gebracht hat.

Herzliche Grüße, Hanni Schneider

            
© Waltraud Bara-Wolf

Mit wem kann ich reden?

Gerade in diesen Tagen ist es für viele Menschen ein Bedürfnis zu reden. Reden über das, was einen bewegt: über die Isolation vielleicht; oder vielleicht über die Angst, krank zu werden; oder über die Einschränkungen, die uns nicht passen. Oder über das, was einen im eigenen Leben sonst noch bewegt und umtreibt. Man will sich aussprechen, sucht Verständnis und/oder Mitgefühl, und manchmal reicht einfach nur ein Ohr, das zuhört, eine Stimme, die antwortet, und/oder ein Herz, das mitfühlt. Und dann sucht man dafür Menschen, die einem vertraut sind, oder von denen man annimmt, dass man sich ihnen anvertrauen kann. Menschen, die einem nahe sind durch Verwandtschaft, oder Menschen, mit denen man verbunden ist durch gemeinsame Erfahrungen, oder durch den gemeinsamen Glauben.

Mir kam der Gedanke, dass es  der biblischen Maria vielleicht ebenso gegangen sein wird nach dem „eng(e)lischen Überfall“. (Denn den Eindruck habe ich schon, dass bei der Ankündigung der Geburt Jesu nicht sehr viel Freiraum und Entscheidungsfreiheit für Maria blieb! Was soll man schon antworten, wenn es heißt: So wird es sein, so wird es geschehen?! Mir scheint Maria ziemlich überwältigt worden zu sein, so dass sie sich als „Sklavin“/„Magd“ bezeichnet, die sich dem ihr Gesagten beugt!) Und dann wird ihr vielleicht auch diese Frage gekommen zu sein: Mit wem kann ich jetzt und darüber reden? Wer wird mich jetzt in dieser meiner Ausnahmesituation verstehen? Wer hat jetzt ein Ohr für mich, ein Wort, das mir gut tut, und ein Herz, das sich berühren lässt zu gütigem Verhalten? Und wer wird mir glauben?

Und dann fällt ihr ein, dass der Engel ja einen Namen genannt hat: Elisabeth, ihre Verwandte, die eine ähnliche Erfahrung gemacht hat wie sie. „Ohne Verzug“ - so heißt es in der jüdischen Übersetzung - macht sie sich auf den Weg. Sie kennt eine Person, die ihr zuhören wird, die sie verstehen wird, die liebevolle Worte sagen wird, und deren Herz bewegt sein wird! Und sie wird nicht enttäuscht!                               

Genau diese Erfahrung wünsche ich auch uns allen in dieser Adventszeit 2020!
Mit lieben Grüßen und Segenswünschen für eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit, eure Charlotte

 

Mit folgenden Gedanken grüßt Hannelore zum Weihnachtsfest:

„Gott ist Mensch geworden – berührbar, begreifbar, für mich und für dich.

Der Unendliche schlüpft in die Enge von uns kleinen Menschen und schlüsselt uns damit den Himmel auf.

Die Liebende gibt sich in unsere Hände als schutzbedürftiges Kind.

Der Mächtige steigt herab und zeigt uns wie unendlich wertvoll und kostbar wir in seinen Augen sind.

Gott als Mensch – dir und mir – ganz nahe und berührbar.“

(M. Froschauer)

Zeilen aus einem Gedicht von Dietrich Bonhoeffer geben mir immer wieder Trost, Ermutigung und Hoffnung:

„Laß warm und hell die Kerzen heute flammen
die Du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen!
Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet
so laß uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all Deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen,
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.“

(Quelle: Widerstand und Ergebung, DBW 8)


© Dagmar Gangl

Liebe Grüße, Dagmar


 
© Waltraud Bara-Wolf

 

Zu guter Letzt:

Wir möchten euch ermutigen, unsere Homepage regelmäßig (www.wortundweg.at) zu besuchen. Ihr findet monatlich aus unserer Gemeinschaft einen Impuls zum Monatsspruch und so manches andere, das euch interessieren könnte.